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06.04.2017 09:07 Alter: 135 days

Nachruf: Großmeister Peter F. Gerber

Kategorie: HTU
Von: Ioannis Lerakis

Einer der ganz großen Meister des Taekwondo in Deutschland ist nach langer Krankheit am 04.04.2017 mit 76 Jahren gestorben.

Ohne Zweifel kann man Peter F. Gerber als einen der Veteranen des Taekwondo in Deutschland bezeichnen. Peter F. Gerber wurde am 05.02.1941 geboren. Mitte der 60iger Jahre begann er mit dem Shotokan-Karate und studierte später einige Jahre das Aikido. Später widmete er sich komplett dem Taekwondo - seine Lehrer im Taekwondo waren Kwon Jae-Hwa und Moon Yang-Keun, die als erste Generation das Taekwondo nach Deutschland brachten.

Nach einigen Jahren als Trainer in einer Wiesbadener Kampfsportschule gründete er 1974 seinen Verein und seine eigene Schule, die er mit größtem Engagement 34 Jahre in seiner Freizeit erfolgreich führte. Mehr als 60 Schüler erlangten unter seiner Anleitung den Meistergrad. Nicht nur er persönlich mit über 50 Platzierungen erreichte große persönliche Erfolge sondern auch viele seiner Schüler; die Erfolge seiner Schüler, die auf seinen Wurzeln basieren sind unzählig, würde man sie versuchen alle zu zählen.

Peter F. Gerber gehörte zu den ersten deutschen Meistern des Taekwondo in Deutschland, die Taekwondo-Schulen eröffneten und somit zur Verbreitung des Taekwondo beitrugen. Zudem unterstützte er zahlreiche Vereine beim Aufbau Ihrer Schulen.

Peter F. Gerber war einer der wenigen Meister, der sowohl die Hyongs als auch die Poomsae beherrschte – und das in hoher Perfektion. Von den Hyongs gab es sogar eine Videoserie.

Peter F. Gerber war Gründungsmitglied der Deutschen Taekwondo Union und war mehrere Jahre verantwortlich für die Dan-Prüfungen in Süddeutschland. Er war anschließend langjähriger Prüfungsreferent der Hessischen Taekwondo Union und der Taekwondo Union Rheinland-Pfalz.

Sein 7. Dan geben seine wirklichen Leitungen im Taekwondo nicht wieder – dafür müsste eine neue Graduierung eingeführt werden. Er war ein Meister für viele Meister und Großmeister. Peter F. Gerber gehörte zu den Meistern, die durch ihr Charisma, die Leute um ihn herum spüren ließen, dass er etwas Besonderes war. Einige werden sich erinnern, dass, als er zu seinen Glanzzeiten seine Formen lief, es in der Halle so leise war, dass man eine Stecknadel fallen hätte hören können.

Peter F. Gerber gab sein Verständnis und seine Art des Taekwondo in seiner ca. 50 jährigen Taekwondo Aktivität mit einer solchen Hingabe an seine Schüler weiter, wie es so kein zweites Mal gibt. Neben dem sportlichen Fortschritt lag ihm immer die charakterliche Entwicklung seiner Schüler am Herzen. Seine intuitiv von Disziplin geprägte Lehrmethode, hat eine der Grundthemen des Taekwondo und des Sports an sich erlebbar gemacht: die momentane Befreiung vom Äußeren, die Fokussierung auf das Hier und Jetzt. Bei Peter F. Gerber war es dafür nicht notwendig, große Studien zu betreiben, er ist diesen Weg schlichtweg als Vorbild gegangen. Im Training legte er dabei viel Wert auf wenig Worte und mehr Aktion.

Seine Grundsätze haben viele Taekwondo-Meister geprägt. Peter F. Gerber war für viele wie ein Vater. Er war nicht nur im Taekwondo, sondern für viele auch im Leben ein Wegweiser und hat das Leben vieler geprägt.

Die Taekwondo Gemeinschaft verliert mit Peter F. Gerber einen ganz besonderen Menschen und einen hervorragenden Trainer – er war ein großes Vorbild! Allen, die ihn kennenlernen durften war es eine große Ehre – und alle die ihn nicht kennenlernen durften – sein Lehren leben durch seine Schüler weiter. Möge er in Frieden Ruhen. Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten.